Ultra Trail – WM mit Vroni Limberger

In wenigen Tagen geht es auf zur Ultra Trail WM nach Spanien. Der Koffer ist noch nicht gepackt, aber ein mittelgroßer Kleider- und Ausrüstungshaufen türmt sich bereits in meinem Zimmer auf.
Schon letztes Jahr, als im Frühjahr der Termin für 2018 festgesetzt worden ist, habe ich diesen Wettkampf anvisiert und mich in den letzten 6 Monaten trainings- und wettkampfspezifisch darauf fokussiert. Diese Vorbereitungen sind bislang so wie erhofft gelaufen, das Umknöcheln vor 3 Wochen in einem Laufkurs war zwar nicht ideal, die Einschränkung davon hat sich aber mittlerweile mit etwas Schonung merklich gebessert.

Eine Strecke von 85km und 5000hm durch den National Park von Sant Joan de Penyagolosa erwartet dieses Jahr die WM-Teilnehmer aus 49 Nationen. http://penyagolosatrails.com/ Für das österreichische Nationalteam werden Claudia Rosegger, Ina Forchthammer und ich, sowie Gerhard Schiemer, Florian Grasl, Robert Ressl-Moyer und Daniel Jochum an den Start gehen. Ich freue mich sehr darüber, im Team mit so tollen, sympathischen Trailrunnern laufen zu dürfen! 🙂

Was ist mein persönliches Ziel?

Keine Zeit, keine Platzierung (ok, letzte möchte ich nicht werden... 😉 ), sondern zu zeigen, dass ich in den letzten zwei Jahren gelernt habe, was es bedeutet „Ultra-Trail zu laufen“, oder genau genommen: was es (zumindest für mich) bedeutet, einen Ultra-Bewerb zu laufen, mit dem ich zufrieden sein kann.
Doch was soll das genau heißen, „einen Ultra zu laufen“? Unendliche Qualen auszuhalten? Sich selber zu malträtieren? Einen Leidensweg durchzustehen und Schmerzen so lang wie möglich zu ertragen?
Nein, meiner Meinung nach nicht. Ultra-Laufen bedeutet für mich, es zu schaffen, sich selber über einen langen Zeitraum motivieren zu können, d.h. sowohl physisch als auch mental „in Bewegung zu halten“. Ja, es ist anstrengend, stundenlang bergauf und bergab zu laufen und zumindest ein Tief wird unvermeidlich sein, aber Ultra-Laufen heißt auch, die Höhen und Tiefen des Streckenprofils ganzheitlich mitzuerleben und aus einem Ein-bruch wieder aus-zubrechen.
Mit der richtigen Vorbereitung kannst du gerade vermeiden, dass es allzu bald ein Leidensweg wird, gleichzeitig ist selbst die beste und „perfekte“ Vorbereitung niemals eine Garantie, dass du dich nicht quälen musst wie Sisyphos.
Ultra-Laufen kann dir in 10 Stunden dein ganzes Leben vor Augen führen.

Ultra-Laufen kann dich sterben und wieder auferstehen lassen.

Aber das Allerbeste: Ultra-Laufen ist die Chance, dich selber besser kennen zu lernen, die eigenen Stärken, die eigenen Schwächen und Grenzen, Seiten und Facetten, die du andernfalls nie erleben würdest.

In diesem Sinne freue ich mich auf diese nächste Chance in Spanien, und bin gespannt, welche Vroni ich auf den 85km und 5000hm kennenlernen werde 😉

Vorab möchte ich mich bei meinen Sponsoren bedanken, die mich auf dem Weg zur WM maßgeblich unterstützt haben: dem Salewa Store Wien für die Ausstattung mit Dynafit-Equipment. Der Volksbank für die Unterstützung bei der Finanzierung der Anreise zur WM. Dr. Manfred Wieser vom Gesundheitszentrum Springbrunn – Ort für Gesundheit/Rehabilitation/Fitness in Grafenwörth für den medizinischen Gesundheitscheck in der Vorberereitungsphase, dem ASZE Massage-Team für die allerbeste, wenn auch stets schmerzhafte Wettkampf-Vor und Nachbetreuung, sowie dem USI Wien.

Jetzt bleibt nur mehr zu sagen: ich werde mein Bestes geben! 🙂

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  1. […] gestecktes persönliches Ziel, zu zeigen, was es (für mich) bedeutet, einen Ultra zu laufen (s. http://www.lcwaldviertel.com/aktuell/ultra-trail-wm-mit-vroni-limberger/) habe ich definitiv erreicht. Bereits gemachte Fehler konnte ich vermeiden, und aus neuen […]

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