Es war eine gelungene Veranstaltung, die Günther FELLHOFER und seine Kollegen vom URC Kamptal auf die Beine gestellt haben. Die erstmals ausgetragenen Behindertenmeisterschaften im Straßenlauf, das schöne Wetter und ein gutes Marketing im Vorfeld brachten mit 137 Finishern im Hauptlauf ein sehr ordentliches Ergebnis.Dazu wieder ein paar kleine aber feine Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr , z.B. das nunmehr schöne , kulinarisch ansprechende und gemütliche Ambiente bei der Siegerehrung.
Sportlich war es der Tag von Bettina ZELENKA und Gerhard GUTMANN. Beide gewannen überzeugend und so ist es schwer, eine(m/r) die Headline zu widmen. Also Ladies first: Nicht zu unrecht, denn das Frauenfeld hatte mit Bettina, Ines PREIß, Veronika LIMBERGER und Silvia PREYSER 4 potenzielle Siegläuferinnen aufzuweisen. Nach den in Maissau gezeigten Leistungen war aber klar, dass Bettina es grundsätzlich drauf hat, schneller zu sein als ihre Vorjahrsbezwingerinnen. Platz 2 ging mit gehörigem Abstand an Veronika vor Silvia. Gar nicht so richtig läuft es zur Zeit bei Ines: Die jüngste WVC-Siegerin aller Zeiten findet nach einer verdienten Winterpause noch nicht so recht zu ihrem Rhythmus, kommt zudem kaum zu regelmäßigem Training. Als sie von der 12-jährigen Sophie GRABNER distanziert wurde, warf sie entnervt das Handtuch. Trotzdem braucht man sich um Ines keine Sorgen machen: Tiefs gehören gerade in diesem Alter einfach dazu und zusammen mit Vater Wolfgang wird stets die Kirche im Dorf gelassen…
G
erhard hatte der Papierform nach eigentlich nur einen ernsthaften Gegner, nämlich Andi SILBERBAUER. Wie er ihn mit konstantem Tempo zermürbte, war aber sehr eindrucksvoll. Das Erfolgsrezept: "Heut war ich mal wirklich ausgerastet, zudem hatte ich in dieser Woche eine günstigere Schicht…" Auf diese Weise konnte er heute auch seinem Ruf als Laufästhet gerecht werden, es lief bis zum Schluss rund und auch die 34er - Siegerzeit ist bei den herrschenden Bedingungen nicht zu verachten. Andi fiel nach verlorenem Kräftemessen mit Gerhard auch hinter einen starken Wolfgang STEININGER zurück, holte zwar wieder auf, war aber im Endspurt machtlos. Erwähnenswert noch der starke 4. Platz von Johannes LOTZ, der Andi STIEGLECHNER (seinerseits schön langsam wieder auf der Überholspur) im Endspurt abhängte.
Besonders sei noch auf das gelungene Experiment hingewiesen, die bunte Schar der Versehrtensportler (von Rollis über Blinde mit sehenden Guides bis hin zu mental Behinderten) auf der zwar ebenen, aber teilweise engen Garser Strecke unter die Volksläufer zu mischen. Von Zwischenfällen war man weit entfernt und beide Seiten sowie der Garser Lauf profitierten davon.
Michael Schiffer 
