3.09.2010

Interview mir “Junggämse” Daniel PFEIFFER

Mit seinem 4. Platz bei der Berglauf - Landesmeisterschaft hat Daniel PFEIFFER sich erstmals so richtig ins Rampenlicht geschoben. Ein Gespräch mit dem nach wie vor sehr bescheidenen Mathematikstudenten, der wie kaum ein anderer Beinkraft und niedriges Körpergewicht in sich vereinigt….

 

 

Hallo Daniel! Wie ist eigentlich jetzt dein Gemütszustand nach dem tollen 4. Platz bei der Landesmeisterschaft?

Man kann sich schon denken, dass ich mich seitdem hervorragend fühle. So ein Erfolg motiviert unheimlich. Ich habe mir vor den Berglauf-LM insgeheim schon gedacht, dass ich am Berg vielleicht überraschen könnte, aber mit dem 4. Platz hätte ich im Leben nie gerechnet. Es ist schon etwas Besonderes, in einer Ergebnisliste gleich hinter einem Redl, Hiller und Wallner aufzuscheinen. Ich habe es mir dann gleich die Woche darauf als "Belohnung" recht gut gehen lassen und eine Ruhewoche mit 3 gemütlichen Laufeinheiten eingelegt.

Wie trainiert unsere Berglaufhoffnung so?

Also ,ich trainiere nach keinem Trainingsplan, sondern rein nach Gefühl. Ich habs letztes Jahr einmal probiert, aber nach 2 Wochen schon wieder gelassen. Früher oder später wird er vielleicht notwendig werden, aber ich denke mir, solange ich mich noch ohne Trainingsplan steigern kann, wird das Training schon so passen.
Mein Lauftraining besteht aus 5 bis 6 Einheiten pro Woche (~60-70 km), wobei besonders jetzt im Sommer noch einiges an aktiver Regeneration (Tennis, Volleyball, Fußball, Rennrad) hinzukommt. Dabei versuche ich, ein hartes Training, d.h. (Berg-)Intervalltraining oder Tempodauerlauf, einen längeren Dauerlauf (zumindest 1:30h), einen rund einstündigen schnelleren Dauerlauf und in zumindest einem Training das Lauf-ABC unter zu bringen. Die restlichen Einheiten dienen hauptsächlich zur Regeneration und Grundlage. Zusätzlich mach ich noch einmal pro Woche zu Hause ein Kräftigungstraining.    

Stichwort Alois Redl: Vorbild? Trainingspartner? Tippgeber??

Da Lois ist natürlich mein großes Vorbild und ich bin wirklich sehr froh, solch einen österreichischen Spitzen(berg-)läufer ganz in der Nähe zu haben. Beim Lauftreff laufen wir manchmal gemeinsam, aber wir machen kein bewusstes gemeinsames Lauftraining (noch nicht). Er ist trotz seinen großen sportlichen Erfolgen immer er selbst geblieben und in keinster Weise überheblich geworden und macht auch keine Geheimnisse aus seinem Training - und genau das schätze ich an ihm sehr. Mit seiner Erfahrung und Offenheit ist er der beste Tippgeber, den man sich nur wünschen kann. 

Wie soll der Rest der Saison für dich aussehen?

Genauso wie die bisherige - wettkampfreich. Ich brauche einfach regelmäßig das Wettkampfgefühl, sonst fehlt mir etwas. Zunächst werd ich sicherlich beim letzten WVC-Lauf in Groß Siegharts am Start sein. Beim Vienna Night Run Anfang Oktober werd ich versuchen, eins meiner großen Saisonziele zu schaffen, nämlich eine 16er Zeit bei einem 5km-Lauf. An Bergläufen habe ich noch den Annaberg, den Gislauf und vielleicht auch den Schneeberglauf geplant. Neben ein paar weiteren kleineren Läufen im Oktober und November werd ich wohl wieder an der Waldviertler Crosslaufserie teilnehmen. Ich bin ja immerhin in den letzten beiden Jahren alle Läufe mitgelaufen und die Serie soll noch nicht reißen. Den Saisonabschluss wird wieder mein Heimlauf, der Silvesterlauf in Schrems, bilden.

Zukunftsperspektiven?? Du brauchst dich ja nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen…..

Wenn ich an meinen ersten Lauf vor 6 Jahren zurückdenke (Gmünder Schlossparklauf - 6,4 km in einem 5:19er Schnitt), ist es schon toll, überhaupt so weit gekommen zu sein. Man kann aber auch erkennen, dass ich nicht gerade mit äußerst viel Talent gesegnet wurde. Daher glaube ich auch nicht, dass ich jemals in die Leistungsregionen eines Alois Redl vorstoßen kann. Ich spüre aber schon auch, dass ich meinen Zenit sicher noch nicht erreicht habe und mein Ziel für die Zukunft ist schlicht und einfach, das Maximum herauszuholen und dann sieht man eh, was dabei herauskommt. 
 

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