Ein besonderes Lauftraining

"Süßes oder Saures?", meinte Reinhard Poppinger, Schwarzenauer Organisationstalent auf allen Ebenen (ASTEG-Cup, Schullaufolympiade) und mittlerweile fest hineingewachsener Teil des örtlichen Crosslaufes, am Telefon am Abend des 31. Oktobers, als er mich anrief und fragte, ob ich am 1. November um 10 Uhr eh nichts vorhätte, wir könnten ja eine Stunde laufen gehen. Nichts besonderes an sich, fallweise laufen wir schon mal gemeinsam in der Gegend herum. 

 Als er dann am nächsten Morgen Punkt 10 Uhr mit dem Auto zum Lauftraining vorgefahren kam, konnte ich mir die  Bemerkung nicht verkneifen, dass er schon ein "nobler Binkel" sei, weil er die gut 1 km von ihm bis zu mir nicht laufen mag, obwohl doch laufen angesagt war. Nach kurzem Warten auf Rolf Werner, der sich auch zur Teilnahme angekündigt hatte, gings los.
 
Nach einer halben Stunde gings darum, ob wir eine kürzere Strecke zum Heimlaufen anstreben oder doch noch etwas ausweiten. Nein, wäre nicht möglich, wir müssen Punkt 11 Uhr wieder daheim sein, oder besser schon 2 Minuten vor elf, meinte Reinhard. Hm? Naja, wird er halt auch zum Mittagessen bestellt sein, und das lieben die Hausfrauen ja gar nicht sehr, wenn man da zu spät daher kommt. Wir näherten uns meinem Haus punktgenau 2 Minuten vor elf. Kurz vor Ende des Trainings tauchte mit dem Fahrrad Wolfgang Kantner, ebenfalls Schwarzenauer Läufer, auf. Aha, auch sportlich, macht eine Radtour, war meine Vermutung. Aber wieso eigentlich am Feiertag um elf und auch noch mit Krawatte und Sakko, und wo er doch sonst bei mir nie mit dem Rad vorbeifährt?!
 
Des Rätsels Lösung ließ nicht lange auf sich warten. Denn kaum daheim angekommen, kamen von der anderen Seite pünktlich Thomas Gary und Johann Gari, ebenfalls örtliche Läufer (Schwarzenau und Umgebung hat da mächtiges Potenzial, was man beim ASTEG-Cup sehen konnte, wo bei allen 4 Staffelbewerben 22 unterschiedliche Schwarzenauer gelaufen sind). Als Reinhard dann die "Siegerehrungsbühne" aufbaute und den Sekt knallen ließ, war mir klar, welches Spiel da mit mir getrieben wurde: man wollte mich als Masters-Marathonlandesmeister ehren, denn sowas hat man nicht jeden Tag in der Ortschaft. Meine scherzhaft gemeinte Aussage "und jetzt fehlt nur mehr die NÖN" wurde im gleichen Augenblick mit einem weiteren vorfahrenden Auto erfüllt. Somit endete die Stunde Lauftraining mit einer Super-Überraschung für mich, und Reinhard erbrachte einmal mehr den Beweis des großen Schwarzenauer Organisators. Danke an meine Schwarzenauer Lauffreunde.

Foto: Ulrich Küntzel

3 Antworten

  1. sicher ein schönes erlebnis und ein netter artikel in der rubrik "seitenblicke" des lcw4. anerkennung auch von meiner seite, vor allem dazu, dass du's heuer geschafft hast, dein läuferisches level wieder deutlich zu heben. das als beispiel dafür, dass das läuferleben nicht unbedingt ein langer, ruhiger fluss sein muss, der langsam, aber ständig bergab führt. das sei einigen insbesondere im hinblick auf horn '09 ins stammbuch geschrieben. dir wünsch ich natürlich, dass es so weitergeht, auch wenn wir beide wissen, dass nach hochs auch garantiert wieder tiefs kommen - aber das muss ja nicht gleich sein...
  2. Klaus Dacho
    gratuliere ebenfalls, herr hofrat oder besser excel-genie, ich muß leider hoffen, daß der 50er auch nicht weh tut, aber da bin ich mir nicht so sicher.
  3. Es tut net weh. Den 30. Geburtstags feiern, ist aufregender. Aber auch der tut net weh, und es geht ganz normal weiter, wie wenn nix gewesen wär...

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