Interview mit Andi Silberbauer

Hallo Andi! Dein u23-Titel (nochmals Gratulation übrigens!!) kam  völlig überraschend, blöderweise sind wir ja nicht einmal zur Siegerehrung geblieben... Wie
geht's dir jetzt damit?

Natürlich hab ich mich sehr gefreut, als ich im Internet gelesen hab, dass ich U23 Meister bin. Mein Ziel war es schon länger, irgendwann mal eine Staatsmeisterschaftsmedaille zu holen, aber dass ich gleich die Goldene hole, habe ich mir nicht erwartet.

Deine Siegerzeit ist für einen 18-jährigen mit deinem Trainingspensum toll, in der österr. U23 - Meisterschaft haben wir uns damit aber nix ausgerechnet. Bei näherem Hinschauen waren die Medaillenleistungen in den letzten Jahren aber auch schon in diesem Bereich. Sind wir Waldviertler zu bescheiden ??

Ich würde sagen, dass es momentan in der Jugend in Österreich doch einige qualitativ sehr gute Läufer gibt, jedoch sind es nicht mehr so viele wie früher. Kurz gesagt ,die Leistungsfähigkeit ist gleich geblieben, jedoch sind es viel weniger geworden, die gut sind. Es ist schon richtig dass es für eine U23 Meisterschaft eher eine schlechte Zeit ist , jedoch muss man bedenken dass ich noch 4 Jahre in dieser Klasse laufe und ich sicher das Potenzial habe, mit den früheren Siegerzeiten mitzuhalten. Mich stimmt vor allem die Leistungssteigerung vom letzten Jahr (über 4:30min) sehr positiv. Ich glaube dass wir im Waldviertel sehr viele gute junge  Athleten haben die in nächsten Jahre sicher für einige Meisterschaftsmedaillen sorgen werden. Vor allem weil wir ja ab diesem Jahr das sehr gut organsierte Jugendtrainingsmodell haben.

Du bist so was wie der erste Vorzeigejugendliche des LCW4. Viel Eigeninitiative, aber auch ein paar Tippgeber, behutsam aufgebaut, im Zweifelsfall lieber weniger als mehr forciert. Zeitweise warst du mit Bruder Hannes ja ziemlich allein in der Szene. Jetzt bist du der erste ,der Lukas Kummerers UNIQA - Trainingsprogramm in Anspruch nimmt. Wie siehst du deinen Weg rückblickend?

Rückblickend würd ich sagen, dass der Weg, den ich gegangen bin, ein sehr guter war. Ich habe immer nur trainiert wenn es mir Spaß machte und ohne Druck, so behielt ich die Freude am Laufen. Ich steigerte auch nur langsam die Distanzen ,so bin ich erst dieses Jahr auf die „langen“ Distanzen umgestiegen. Bis jetzt gestaltete ich durch gute Tipps und eigener Erfahrung mein Training mit eher wenig Umfang und ließ Reserven offen. Seit ich mit Luki trainiere, haben wir den Trainingsumfang um fast das dreifache angehoben, jedoch funktioniert die Zusammenarbeit mit Luki ausgezeichnet.

Und wenn du nach vorne schaust - wie ist dein Trainingsprogramm jetzt und was erwartest du dir davon?

Ich hab den Trainingsumfang von etwa 20-30km/Woche auf ca. 60-70 erhöht. Die Umstellung darauf hat zwar etwas Zeit in Anspruch genommen, jedoch merke ich vor allem in den letzten Monaten eine Leistungsteigerung. Ich erwarte mir, dass vor allem der Spaß am Laufen nicht zu kurz kommt und durch das Training die eine oder andere Bestzeit herausschaut bzw.  dass ich nächstes Jahr wieder bei Landes und Staatsmeisterschaften vorne mitmischen kann.

Deine Schule - die HTBL - ist ja nichts für Faulenzer, du bist also
einiges gewöhnt. aber wie soll für dich nach der Matura Beruf und Sport
zusammengehen??

Momentan versuche ich als Lernausgleich die Trainingseinheiten zu machen. Da die Matura ja bevorsteht ,hoffe ich, dass ich trotzdem genug Zeit finde, das volle Training zu absolvieren, über später hab ich mir eigentlich noch keine Gedanken gemacht.

Abschließend persönlich: Wo siehst du, persönlich und sportlich,
deine Stärken und Schwächen?

Als eine meiner großen Stärken würde ich meinen Ehrgeiz  bezeichnen und dass ich sehr ausdauernd bin. Schwächen sehe ich in Verbindung zum Laufsport keine.

Danke, und viel Erfolg und Spaß in nächster Zeit!

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