Marathon zum 70er…

Hier die ganze Reportage von Fritz HIRSCHBÖCK zum klassischen Athen - Marathon: (leicht bearbeitet übernommen von der ULC Horn - Homepage)

Zu meinem 70. Geburtstag habe ich nun mein Vorhaben verwirklicht und buchte mir einen Flug nach Athen mit einem einwöchigen Urlaub. Auf ging es am 10.11.2011 um 10:10 Uhr mit der Fluggesellschaft AEGEAN nach Athen, wo ja schließlich zum 29. Athens Classic Marathon 2011 aufgerufen wurde. Nach zwei Stunden Flugzeit erfolgte eine ziemlich ruppige Landung.

Mit der Metro fuhr ich vom Flughafen in Richtung Zentrum von Athen. Ziel meiner Fahrt war  der Omoniaplatz, in dessen Nähe ich eine Unterkunft gebucht hatte.

Am 11.11. begab ich mich in den Nationalgarten von Athen:

Der Nationalgarten von Athen, der Ethnikos Kipos, liegt im Zentrum der griechischen Hauptstadt und wird von den Athenern als „grüne Lunge“ und Ort der Entspannung und Ruhe genutzt. Einst war der Nationalgarten ein privater Garten des griechischen Königshauses. Königin Amalia, die Gemahlin König Ottos I., setzte die Anlage eines Parks durch.  Dieser Garten bietet alles, was man braucht, um inmitten des städtischen Trubels die Seele baumeln zu lassen. Die alten Baumbestände, unter anderem auch meterhohe Palmen, laden zum Flanieren ein und am kleinen Teich kann man Enten füttern. Der Nationalgarten von Athen ist ein idyllischer Ort mit langer Geschichte – an einem geschichtsträchtigen Platz.

Er befindet sich in der Nähe des Parlamentsgebäudes und des Syntagmaplatzes. Das Gebiet um den Nationalgarten gehörte einst zum Besitz der Königsfamilie, das heutige Parlamentsgebäude war beispielsweise einst der Palast des Königs. Der deutsche Architekt Friedrich von Gärtner baute das Schloss und die umliegenden Bereiche ab 1836. Der Nationalgarten jedoch wurde nicht von ihm angelegt, da seine Wünsche nicht denen der damaligen Königin entsprachen. Einen besonders guten Eindruck für das damalige Kunstverständnis erhält man, wenn man den Mosaikboden betrachtet, der beim Eingang „Vasilissis Sofias“ erhalten geblieben ist.

Der Nationalgarten wurde 1836 von Barrauld angelegt und erhielt 20 Jahre später von Friedrich Schmidt die Gundlage für sein heutiges Aussehen. Neben den vielen Bäumen, die dem Nationalgarten sein typisches Äußeres geben, findet man zahlreiche Büsten griechischer Dichter in diesem Park. Das Zusammenspiel von alten Bäumen, hohen Palmen, Sitzgelegenheiten, einem Spielplatz und idyllischen Plätzen am Teich bilden einen Eindruck fast unberührter Natur und lassen vergessen, dass man sich in einer belebten Hauptstadt befindet. Begrenzt wird die Parkanlage zum einen durch die Kaserne der Parlamentsgarde und zum anderen durch das Zappeion.  

Das Zappeion wo die Registrierung und die Abholung der Startnummern erfolgte und wo die einzelnen Werbestände befanden.

Das Zappeion - Gebäude wurde erschaffen, um Evangelaos Zappas, den Begründer der Olympien, aus dem die Olympischen Spiele hervorgingen, zu ehren. Heute wird der Gebäudekomplex vornehmlich für Kongresse und Tagungen genutzt, außerdem wurde hier der Beitrittsvertrag Griechenlands zur EU unterzeichnet. Man kann sich das Zappeion ansehen, vor allem der Innenhof des Gebäudes ist sehr interessant. Doch auch die Innenräume des Zappeion lohnen einen Besuch, da vor allem viel Wert auf die Erhaltung der Einrichtung gelegt wurde. Da das Gebäude zwischen dem Olympieion und dem Nationalgarten liegt, ist dieser Ort als Fixpunkt bei einer geschichtsträchtigen Tour durch Athen unumgänglich.

Wer sich die Stadtteile Plaka oder Kolonaki näher ansehen möchte, hat vom Syntagma-Platz einen idealen Ausgangspunkt.

Der Syntagmaplatz ist der Repräsentationsplatz Athens, denn hier befindet sich das Parlamentsgebäude. Vor dem Gebäude befindet sich das „Grab des Unbekannten Soldaten“. Hier findet stündlich der Wachwechsel der Garde in historischer Tracht statt. Außerdem liegt der Platz im Zentrum der Stadt und ist ein Metro-Knotenpunkt. In der U-Bahn-Station kann man Funde in Vitrinen bestaunen, die beim Bau der Metro im Erdreich entdeckt wurden. Am Syntagma-Platz findet man zahlreiche Hotels, Bars und Nachtclubs.Vom Syntagma-Platz wurden die Läufer mittels Autobussen am 13.11. nach Marathon gebracht – Ankunft nach etwa einer Stunde, bei Nieselregen und +10 Grad. Die dort befindliche Sporthalle war bald bis auf den letzten Platz besetzt, so dass man auch in den Duschanlagen einen Platz suchte und voller Erwartung auf den Start des Marathons wartete. Aber gerade an diesem Ort konnte man feststellen, wie genügsam Läufer sind, es gab keinen einzigen, der sich über diese Verhältnisse aufregte. Jeder der Anwesenden ging voller Erwartung in sich und machte sich für den bevorstehenden Lauf bereit. Endlich war es so weit und es erfolgte der Aufruf, sich in die einzelnen Startblöcke (insgesamt waren es 8) zu begeben. Ich war mit meiner Startnummer 8938 für  Block sechs eingeteilt worden.  

Besetzung der Startblöcke  

 

Die Startbereiche sind bezogen und nun wartet man gespannt auf den Start der einzelnen Blocks, welche laut Ausschreibung im Minutentakt erfolgen sollte. Die Vorgabe konnte jedoch nicht eingehalten werden, da nach einer Minute nicht alle Teilnehmer aus dem gestarteten Startblock gelaufen waren.....

Unmittelbar vor dem Start

Um etwa 09.15 Uhr war auch ich an der Reihe und konnte den von mir sehnlichst gewünschten Lauf von Marathon nach Athen beginnen. Der  Marathon ist auf die Sage  von der Schlacht bei Marathon im September 490 v.Chr. zurückzuführen. Nachdem das persische Heer in der Bucht von Marathon gelandet war, vergingen einige Tage, bis die Griechen unter Miltiades die Perser mit einem letztlich erfolgreichen Sturmangriff in die Flucht schlugen. Danach soll ein attischer Krieger in voller Rüstung nach Athen gelaufen und dort nach der Siegesmeldung tot zusammengebrochen sein.

Zum Gedenken daran wurde 1896 erstmals der Marathonlauf als olympischer Langstrecken-wettlauf ausgetragen.

Um 09.15 Uhr also erfolgte auch der Start für den Block 6, bei +10 Grad und leichtem Nieselregen. Die meisten Läufer stürmten gleich los, als ob das Ziel gleich um die nächste Ecke wäre. Ich hingegen habe diesmal verhalten angefangen und war meiner Absicht entsprechend mit 27:39 beim 5. km.  Bei km 10 war ich auch meiner Vorstellung entsprechend nach 56:40.  Den Halbmarathon konnte ich in 2:07:01 bewältigen, obwohl es vom Start weg fast nur bergauf ging. Nach dem Halbmarathon ging es wellig weiter bis ins Ziel. Beim Km 30 war ich in einer Zeit von 3:12:11 und ich fühlte mich sehr wohl. Nun versuchte ich so gut als möglich bis zum km 35 zu gelangen. Nachdem ich den Km 35 hinter mich gebracht hatte, war mein Befinden so gut, dass ich meinen Lauf bis in das Ziel mit einem erhöhten Tempo laufen konnte. Schließlich überlief ich die Ziellinie im Panathinaiko Stadion mit  4:26:46 und erreichte den 3.604. Gesamtrang.

Das war bei den Männern der 3.200 Rang und in der M70 der 9. Rang von 30 Teilnehmern.

Der Sieg ging an BOUBKER Abdelkerin in  2:11.40 gefolgt von CHUMBA Sammy Kipkosgei 2:13.27 und GATHERU Daniel Ndirizu 2:16.12.

Bei den Damen siegte MELAKU Elfneshe in 2:35:23

Lauf durch Pallini bei km 25

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Zieleinlauf im Panathinaiko Stadion

Ergebnislink

4 Antworten

  1. Anais Topakian
    Eine echt tolle Leistung!!! RESPEKT!!!! Weiterhin viele schöne, erfogreiche Lauferlebnisse wünsche ich dir!! :-) LG Anais
  2. Swoboda Hans-Ulrich
    Fritz, ich freue mich, dass Du Dir Deinen großen Wunsch erfüllen konntest. Du hast ja schon lange davon geträumt. Uli Swoboda
  3. Christian Kraus
    Gratuliere Fritz, sicher ein einmaliges Erlebnis.
  4. Barbara Grabner
    Gratuliere! Der Athen-Marathon ist auch ein Traum von mir, nachdem ich nächstes Jahr ebenfalls nulle ;-) Bin schon neugierig auf einen genauen Bericht von dir!

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