SILVA NORTICA RUN

Dietmar BUTSCHELL aus Heidenreichstein war einer von nicht allzu vielen Österreichern, die sich das Erlebnis "Silva Nortica Run" gönnten. Da der Lauf bei unseren tschechischen Nachbarn durchaus schon ein "Renner" ist, muss er wohl einiges zu bieten haben, was sich bei uns noch nicht herumgesprochen hat und/oder im Überangebot anderer Läufe untergegangen ist...

Lest selbst, was Didi zu berichten weiß:

Wos soll i sogn – haas woas! Und steil! Aber von Beginn an:
Nach dem Probedurchgang für die Veranstalter 2009 in eher familiärem Rahmen, folgte am 12. Juni 2010 der erste „scharfe“ Durchgang des Silva Nortica Run.
Ich habe mich wieder für die „Lightversion“, also die Halbmarathondistanz entschieden. Frühmorgens los nach Pyhrabruck (ehem. Grenzübergang) und die Startunterlagen und Goodies geholt. Mit einem netten „Dobrý Den“ händigt man mir Startnummern, Gutscheine für Budweiser Bier und Nudelsuppe sowie kleine Geschenke der Sponsoren aus. Auf der Wiese hinterm Zollhaus herrscht bereits tolle Openair Atmosphäre, da viele Tschechen schon am Vortag angereist sind und dort die Nacht im Zelt verbracht haben. (Anm.: „San hoate Hund de Behm!“)
Start/Ziel ist mit viel Liebe zum Detail hergerichtet mit Luftbögen und Ständen der Sponsoren Mammut und Salomon, sowie international beflaggt wegen dem Hauptsponsor EU! *g*
Viele junge Helfer erklären den Teilnehmern den Ablauf und kümmern sich gut um sie. Obwohl die Sprachbarriere Tschechisch-Deutsch nach wie vor besteht, klappt die Verständigung auf Englisch gut. Die Ultras sind ja schon lange weg (Start 6 Uhr), und auch die Marathonis laufen bereits einem heißen Tag entgegen (0900 Uhr ab Karlstift).

Um 0930 Uhr werden wir mit Reisebussen zum Startbereich für den ½ Marathon nach Harmanschlag gebracht.
Da dort auch die Ultras und Marathonis durchkommen gibt’s eine Labstation. So haben wir noch Gelegenheit uns von Innen und Außen zu befeuchten.
Wir beklatschen artig Alex Frühwirth als Führenden im Marathon.
Im Startbereich wurde uns die frohe Kunde übermittelt, dass die Strecke im Vergleich zum Vorjahr nun etwas länger (Start ca. 300m nach hinten versetzt), und mit einer zusätzlichen Schleife mit Extra-Anstieg versehen sei. Grund: letztes Jahr hatte man sich schlicht und ergreifend vermessen. Macht nix – wir sind ja alle freiwillig da! 
 
Fast pünktlich um 11Uhr erfolgte der Startschuss bei Backofenhitze und sengender Sonne. Wer auf Schatten hoffte (Stichwort Waldviertel), hoffte großteils umsonst. Was nun kam, ließ den Schweiß und das Laktat in Strömen fließen. Das schönste am Nebelstein, meine ich, ist der Ausblick wenn man oben ist. Steile Anstiege wechselten sich mit rasanten Bergabpassagen ab. Der Untergrund wechselt vom groben Schotter zu Asphalt und gemähter Wiese. Alle 5km betreibt die Feuerwehr Labstationen und löscht unseren unbändigen Durst. Manche sind sehr kreativ und haben in Eigenregie Gardena-Duschen aufgestellt – eine Wohltat! Da bei diesen Bedingungen nicht an eine Verbesserung der Vorjahreszeit zu denken ist, schalt ich ab der Hälfte zurück und „genieße“ die Waldviertler Sonne.
So laufe ich von Cheerleadern bejubelt in 2Std. 2 min. 24sec. als 59 im Ziel in Pyhrabruck ein. Nach und nach tröpfeln schwer gezeichnet die Marathonläufer und Ultras im Ziel ein. Nur der Sieger Daniel Oralek ist schon wieder quietschfidel und tut so als wär' er eine Runde Joggen gewesen. Er hat sage und schreibe 2! Stunden Vorsprung auf den Zweiten! Unglaublich! Manche sind im wahrsten Sinne des Wortes zur Salzsäule erstarrt und schwer desorientiert.
Danach gab’s Budweiser Bier in Strömen um den Elektrolythaushalt wieder auszugleichen, eine nette Siegerehrung mit großzügiger Tombola und gemütliches Zusammensitzen.
Fazit: Wenn es auch heuer fast unmenschlich warm war, die Strecken absolut nicht mit Straßenmarathons (und somit auch nicht die Zeiten) vergleichbar sind, so ist es doch ein ganz spezielles Event dass vor allem durch Charme, Atmosphäre, Naturerlebnis und guter Organisation überzeugt.
Überrascht hat mich wie wenig Teilnehmer aus Österreich kommen. Ich hab keine Erklärung woran es liegt.
Nächstes Jahr sollte es den Lauf wieder geben – das Geld fließt noch einmal aus Brüssel!
Vielleicht bekommt ja der eine oder andere von euch Lust!?
 

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