Jahresrückblick III / die Männer

zzzzzDie ganze abgelaufene Saison über hatte man gefühlt den Eindruck, dass das "starke Geschlecht" zur Zeit so was wie unsere Achillesferse ist. Nun, was die Momentaufnahme der Verwundbarkeit anbelangt, trifft dies durchaus zu, verbrachten doch unsere beiden größten Hoffnungen, Andi SILBERBAUER und Andi KAINZ jeweils gut die Hälfte der Saison im sportlichen, genauer gesagt, läuferischen Krankenstand. Achillesferse auch deswegen, weil die beiden kaum gleichwertig zu ersetzen waren und es im Bereich dahinter deutlich an der Dichte mangelt.

NOCH knabbern wir an der Tatsache, dass es in der - speziell im Straßenlauf meist so erfolgreichen - Altersklasse zwischen 30 und 40 zu wenige bis gar keine konkurrenzfähige Waldviertler gibt, hier ging quasi eine ganze Generation verloren. Toptalentierte Einzelkämpfer gab es nicht oder sie wurden zu schnell durch Probleme gebremst - und konsequente Jugendförderung fand nicht statt - auf beides sind wir angewiesen, wenn man sich die Waldviertler "Erfolgsstories" in dem Bereich ansieht...

Jammern hilft nicht, ist auch nicht unbedingt angesagt, denn das Licht am Ende des Tunnels wird immer deutlicher sichtbar, genau so deutlich wie die Tatsache, dass es für Spitzenleistungen auch immer ein wenig Glück braucht....

Andi SILBERBAUER hatte eigentlich ein geniales erstes Halbjahr zu verzeichnen, in der Zeit um die Crossmeisterschaften verhinderte aber ein Infekt die schon damals möglichen Erfolge. Im Mai und Juni gab es dann aber einige Sternstunden mit extrem hochwertigen Vorstellungen im Waldviertelcup, dem Landesmeistertitel über die klassischen 10.000m und dem 2. Platz über die 5000, nur geschlagen von Christian STEINHAMMER. Danach verdichteten sich aber ein paar kleine Missgeschicke zu einer langwierigen Verletzung, die sich erst schön langsam zu bessern scheint..

Andi KAINZ versuchte, den Rückenwind der Marathonleistung aus dem Herbst 2013 mitzunehmen, brachte bei der Crossmeisterschaft in Gmünd trotz damals schon vorhandener Probleme eine tolle Leistung auf der Langstrecke. Auch bei ihm machte sich danach aber ein komplexes Beschwerdebild breit, dem erst nach vielen Therapieversuchen und Rückschlägen beizukommen war.

Jürgen HABLE zeigte insgesamt seine bisher beste Saison, insofern, als er sein Niveau fast konstant halten konnte und etliche Erfolge bei Volksläufen einheimsen konnte. Für Meisterschaften war er bisher nicht so zu begeistern, und wenn doch, so klappte es (noch) nicht so ganz. Es sollte aber hier (wenn er - toitoitoi - verletzungsfrei bleibt) nur eine Frage der Zeit sein, bis er sich an der Nö. Spitze etabliert.

Christoph LAISTER kannte im Frühjahr noch kaum jemand in der Szene, mittlerweile ist er eine fixe Größe auf den regionalen Siegertreppchen geworden. Ganz ist der extrem entspannt und geerdet wirkende Neo - ULC Horner sicher noch nicht an seiner Leistungsgrenze angelangt, auch ist der 30 - jährige ein wiklicher Lauf - Allrounder, bei dem kaum Schwächen auszumachen sind. Auch wenn das Jahr 1 nach dem Einstieg sicher nicht das leichteste sein wird - hier scheint viel zu stimmen!!

Hinter den 4 Genannten herrscht keineswegs Funkstille. Wenn es um die Kategorie Allgemeine Klasse der Männer geht, so sind in erster Linie 2 "Leihgaben" zu erwähnen: Philip LANGTHALER, noch in Nachwuchsklassen startend, erreichte in Nö. die Silbermedaille über 800m wobei es hier genauso gut Gold hätte sein können. Selbiges gilt für unseren derzeit mit Abstand leistungsstärksten Master, Reinhard HELMREICH - Silber am Berg mit nur geringem Rückstand. Was Reinhard auf einzelnen Strecken, die seinen Fähigkeiten entgegenkommen, zu leisten imstande ist, ist wirklich, nicht nur angesichts seiner 44 Jahre, erwähnenswert.

Ein ganz spezieller "Joker" ist Mario BAUER. Mit seinen 2:39:30 von Berlin ist er unser bester Marathonläufer in diesem Jahr, gerade in dieser Disziplin auch ein echtes Talent und durch seine vorhandene Grundschnelligkeit auch definitiv noch entwicklungsfähig. Seinen Meisterschafts- und Wettkampffokus legt der nach einem Stromunfall Oberarmamputierte logischerweise auf den Behindertensport, wo er zu den Weltbesten gehört...

Wen man dann noch auf die Liste der potenziellen Leistungsträger setzt, ist teilweise Geschmackssache: Multisportler Hannes SILBERBAUER hatte ähnlich wie Bruder Andi mit seinem Körper zu kämpfen, ist aber jederzeit von Mittelstrecke bis Cross zu guten Leistungen fähig, Alex LEUTGEB war ebenso einen Gutteil der Saison verletzt und tastet sich schön langsam an schon Standard gewesene Leistungen heran, ebenso hat ein verletzungsfreier Philipp GLASER sicher noch Luft nach oben. Daniel HABLE etabliert sich im Windschatten des jüngeren Bruders immer besser und, ja, auch ein Alex BICHL wäre z.B. im Berglauf, wenn er sein vorhandenes Talent ausschöpft, ein heißer Tipp.............

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