Vronis Bergseptember

Nachdem sich unsere Topläuferin vermehrt außerhalb des Waldviertels und außerhalb ausgetretener Laufpfade bewegt, haben wir sie gebeten, uns über ihre aktuellen Wettkämpfe zu berichten. Lest Veronika LIMBERGERs Septemberbilanz:

Nach meiner ersten hard core Ultra-Lauf-Erfahrung beim Großglockner-Ultra-Trail Ende Juli war erst einmal Wettkampfpause angesagt. Durch viel Bergsteigen, Wandern und Laufen nach Lust und Laune gab es dabei auch absolut keine Entzugserscheinungen, vielmehr blieb ausreichend Zeit, um die Pläne und Ziele für die Herbstsaison gut zu überdenken.
Ein Großereignis hatte sich bereits im Juni fixiert: die Teilnahme im österreichischen Nationalteam an der WM im Ultra Trail (85km, 5000hm), die am 29. Oktober in Braga, Portugal stattfindet. Sinnvoller also, bis dahin längere Berg- und Trailläufe zu absolvieren als an kurzen Straßenwettkämpfen teilzunehmen.
Als Einstieg war ich am 3.9. wieder einmal beim Rax-Berglauf dabei, den es erstmals auch in einer „extremen“ (=etwas längeren) Variante (ca. 15km, 1400hm) gab. In einem spannenden Rennverlauf konnte ich die führende Dame Manuela Kamper bei km12 überholen und mir bis zum Ziel noch rund 2min. Vorsprung herauslaufen.
Ergebnisse

z2Aber dann?! Wie schon fast „traditionell“ und „aus Gewohnheit“ den Wachau-Marathon? Nein, doch lieber mal etwas Neues, aber in jedem Fall Langes 🙂 So meldete ich mich kurzerhand für den Wörthersee-Trail-Maniak am 16.9. über 62km und 1600hm an, obwohl ich bereits einen fixen Startplatz für den Schneeberg-Trail (32km, 2400hm) nur eine Woche später hatte. Die Kombination aber aus relativ lang und relativ wenig Höhenmeter mit einer Woche Abstand sehr viel bergauf und eher wenig bergab, schien mir in Hinblick auf die Strecke in Portugal zumindest nicht unvernünftig.
Zwar schüttete es beim Trail-Maniak die ersten 2 ½ h beinahe sintflutartig, was die wirklich feine, abwechslungsreiche Trail-Strecke noch anspruchsvoller machte, trotzdem machte es wahnsinnig viel Spaß, über die vielen Wurzeln, Steine zu springen, auf den schmalen Waldwegen bergauf-bergab zu laufen, und immer wieder den Blick auf den Wörthersee abwechselnd von weiter oben oder direkt vom Ufer aus zu genießen. Der Stimmung unter den Läufern tat das anfänglich „schlechte“ Wetter ebenso keinen Abbruch. Auch diesmal war der Rennverlauf spannend, und ich teilte mir meine Kräfte gut ein. Bis zum Pyramidenkogel (ca. km 27) wechselten die Läuferin aus Deutschland Sonja von Opel und ich uns an der Führung immer wieder ab. Als es bei km32 aber wieder aufwärts ging, musste sie anfangen zu gehen, ich konnte sie nochmals überholen, baute zwar kurz darauf noch einen – zum Glück nicht kapitalen – Sturz, aber lief die zweite Hälfte ohne Einbruch recht gleichmäßig durch und kam schließlich mit einer halben Stunde Vorsprung (6h 24min) als erste Frau ins Ziel.

Ergebnis

z3Nachdem sich in den Tagen nach diesem Ultra keine sonderlichen Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten, war ich auch recht zuversichtlich für den Schneeberg-Trail, der dieses Jahr mit 200 Startern bereits fast so viele Teilnehmer wie der klassische Schneeberg-Lauf nach Puchberg lockte.
Bei allerbesten Bedingungen fiel um 7:30 Uhr der Startschuss. Die Strecke war überaus schön, und ich sollte nicht bereuen, mich für die längere Distanz entschieden zu haben. Die Damensiegerin Laetitia Pibis schlug von Anfang an ein wirklich schnelles Tempo an, das sie auch bis ins Ziel durchhalten sollte. Ich hielt mich am Anfang zurück, lief mein Tempo und wurde bald schon von zwei weiteren schnellen Frauen überholt. Zwar dachte ich, vielleicht schaff ich‘s noch mal ran zukommen, doch ein rechter Ehrgeiz wollte mich diesmal einfach nicht packen und so konzentrierte ich mich vielmehr darauf, die wunderbare Streckenführung zu genießen und auch wieder einmal das Laufen mit Stecken zu trainieren. Bei der anspruchsvollen, steilen Bergwertung ab km27 rauf auf den Schneeberg-Gipfel konnte ich noch mit zügigem Schritt ein paar Männer einholen, dann ging‘s wieder fast nur bergab ins Ziel, und ich fühlte mich gut und glücklich, den mit Höhenmetern nicht minder gespickten Trailbewerb nach 4:29 als 4. Frau gefinisht zu haben. Doch wie erwartet wurde ich sofort von Moderator Peter Wundsam bestürzt, was denn nicht in Ordnung gewesen war, weshalb ich es diesmal nicht unter die ersten Drei geschafft habe... Die ersten drei Damen, Laetitia Pibis (4:02), Magdalena Merl und Sabrina Rath sind jeweils ein super Rennen gelaufen und haben sich ihr Platzierungen schlichtweg verdient. Man muss nicht nicht immer ganz vorne dabei sein, um mit einem Ergebnis zufrieden zu sein 🙂

Ergebnisse

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